Sicher Bergwandern

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Gut gerüstet in die Wandersaison
Der Alpenverein gibt Tipps für eine erlebnisreiche Zeit am Berg

Jetzt wo in den Bergen der letzte Schnee schmilzt, zieht es die Menschen wieder in die Höhe: die Wandersaison ist eröffnet und auch die Alpenvereinshütten öffnen wieder ihre Pforten. Um das Wandern so erlebnisreich und sicher wie möglich zu machen, empfiehlt der Oesterreichische Alpenverein (OeAV), einige Grundregeln zu beachten.

Sicher Bergwandern
10 Empfehlungen des Alpenvereins

Als Natursport bietet Bergwandern große Chancen für Gesundheit, Gemeinschaft und Erlebnis. Die folgenden Empfehlungen dienen dazu, Bergwanderungen möglichst sicher und genussvoll zu gestalten.

1. Gesund in die Berge
Bergwandern ist Ausdauersport. Die positiven Belastungsreize für Herz und Kreislauf setzen Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand in der Gruppe außer Atem kommt.
Michael Larcher, Leiter der Bergsportabteilung im Alpenverein dazu: „Gerade zu Saisonbeginn überschätzt man sich gern. Man sollte der Versuchung widerstehen, sich zu ehrgeizige Ziele zu setzen und den Körper langsam an die Belastung gewöhnen. Für fast die Hälfte aller Notsituationen beim Wandern sind Herz-Kreislauf-Beschwerden verantwortlich!“

Risiko Herzinfarkt!
Der plötzliche Herztod („Herzinfarkt“) ist die zweithäufigste Todesursache beim Bergwandern. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, schon ab 40, stark an. Männer sind deutlich stärker gefährdet als Frauen. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, überhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Übergewicht und Rauchen, sowie vorangegangene Herzinfarkte.

So lässt sich das Risiko senken:
• Durch regelmäßige sportliche Aktivität fit halten.
• Ungewohnte und lange Belastungen vermeiden – insbesondere am ersten Tag.
• Langsam losgehen und starke Anstrengung zu Beginn der Wanderung vermeiden.
• Bei heißem, schwülem Sommerwetter ein schattiges, kühles Tourenziel wählen.
• Durch regelmäßige Nahrungsaufnahme Wassermangel und Unterzucker vermeiden.
• Bei grippalem Infekt oder Verkühlung zu Hause bleiben und auskurieren.
• Warnsignale wie Atemnot, Herzrasen oder Übelkeit ernst nehmen: Wanderung und Training rechtzeitig abbrechen bzw. Notruf absetzen.
• Bei Herzkreislauf-, Atemwegs- und/oder Stoffwechselerkrankungen einen Sportarzt konsultieren.

2. Sorgfältige Planung
Wanderkarten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Touren immer auf die Gruppe abstimmen. Achte besonders auf den Wetterbericht, da Regen, Wind und Kälte das Unfallrisiko erhöhen.
Bei der Planung ist auch das neue Portal des Alpenvereins behilflich: auf www.alpenvereinaktiv.com finden sich Tourentipps und Kartenmaterial sowie Angaben zu Höhenmetern, Distanz und Schwierigkeiten.

3. Vollständige Ausrüstung
Passe deine Ausrüstung deiner Unternehmung an und achte auf ein geringes Rucksackgewicht. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack, ebenso Erste-Hilfe-Paket und Mobil¬tele¬fon (Euro-Notruf 112). Karte oder GPS unterstützen die Orientierung.

4. Passendes Schuhwerk
Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und verbessern die Trittsicherheit! Achte bei deiner Wahl auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht.

5. Trittsicherheit ist der Schlüssel
Stürze, als Folge von Ausrutschen oder Stolpern, sind die häufigste Unfallursache! Beachte, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit deine Trittsicherheit und Konzen¬tration stark beeinträchtigen. Achtung Steinschlag: Durch achtsames Gehen vermeidest du das Lostreten von Steinen.
„Wer nach einer zu schwierigen Wanderung keine Reserven mehr für den Abstieg hat, wird unachtsam – die Gefahr eines Sturzes steigt. Der Weg nach unten ist nicht nur motorisch anspruchsvoller, durch den Tiefblick kommt auch noch eine psychologische Komponente dazu. Das sollte man bereits bei der Tourenplanung bedenken“, empfiehlt Michael Larcher.
Stolpern, ausrutschen, Sturz, Absturz: Mehr als die Hälfte der tödlichen Wanderunfälle sind auf Stürze zurückzuführen. Dabei ist die Generation 50plus deutlich häufiger von dieser Unfallursache betroffen. Faktum ist, dass ca. 75 Prozent der „Stolperer“ auf Wegen oder Steigen passieren – und nicht im weglosen Terrain.

6. Auf markierten Wegen bleiben
Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust, Absturz und Steinschlag. Vermeide Abkürzungen und kehre zum letzten bekannten Punkt zurück, wenn du einmal vom Weg abgekommen bist. Häufig unterschätzt und sehr gefährlich: Steile Altschneefelder!

7. Regelmäßige Pausen
Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Genuss der Landschaft und der Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher. Müsliriegel, Trockenobst und Kekse stillen den Hunger unterwegs.

8. Verantwortung für Kinder
Beachte, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder im Vorder¬grund stehen! Passagen mit Absturzrisiko erfordern eine 1:1 Betreuung durch Erwachsene. Sehr ausgesetzte Touren, die lang anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.

9. Kleine Gruppen
Kleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen gegenseitige Hilfe. Vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren. In der Gruppe zusammen bleiben. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.

10. Respekt für die Natur
Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wild- und Weidetiere nicht beunruhigen, Pflanzen unberührt lassen und Schutz¬gebiete respektieren. Zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel verwenden oder Fahrgemeinschaften bilden.

Quelle: Österreichischer Alpenverein, www.alpenverein.at

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Sicher am Klettersteig

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Klettersteige: Empfehlungen des Alpenvereins
Der Alpenverein gibt Tipps für mehr Sicherheit in der Vertikalen

Ein tödlicher Klettersteigunfall hat letztes Jahr die Bergsportszene erschüttert. Ein gerissenes Klettersteigset löste eine massive Rückrufwelle bei fast allen Herstellern aus. Angesichts des Saisonstarts 2013 weist der Alpenverein erneut auf die Risiken in den „Vie Ferrate“ hin und gibt den Sportlern 10 Empfehlungen für ein sicheres Vergnügen am Klettersteig. Auch die aktuellen Rückrufe sollen unbedingt beachtet werden.
Ein Sturz am Klettersteig ist tabu!

Sicherheit am Klettersteig
10 Empfehlungen des Alpenvereins

Das Begehen von Klettersteigen ist mit Risiken verbunden. Bei unzureichender Vorbereitung, mangelhafter Ausrüstung oder falschem Verhalten besteht Absturzgefahr! Qualifizierte TrainerInnen vermitteln die notwendigen Fertigkeiten.

1. Sorgfältig planen!
Planung ist der Schlüssel für sichere und genussvolle Touren. Informiere dich genau über Schwierigkeit und Länge, Zu- und Abstieg, Wetter und Verhältnisse.

2. Das Ziel den persönlichen Voraussetzungen anpassen!
Zu hoch gewählte Schwierigkeiten mindern das Erlebnis und können zu gefährlichen Situationen führen.

3. Vollständige, normgerechte Ausrüstung verwenden!
Klettergurt, Klettersteigset und Helm: Nur die konsequente und richtige Anwendung der Ausrüstung ermöglicht eine sichere Begehung von Klettersteigen. Für den Notfall sind Erste-Hilfe-Paket und Mobiltelefon (Euro-Notruf 112) dabei.

4. Bei Gewittergefahr nicht einsteigen!
Blitzschlag bedeutet Lebensgefahr. Regen, Nässe und Kälte erhöhen das Sturzrisiko.

5. Drahtseil und Verankerungen kritisch prüfen!
Steinschlag, Schneedruck, Frostsprengung oder Korrosion können Schäden an der Steiganlage verursachen. Nicht in gesperrte Klettersteige einsteigen.

6. Partnercheck am Einstieg!
Kontrolliert gegenseitig: Gurtverschluss, Verbindung Klettersteigset mit Klettergurt, Helm.

7. Ausreichende Abstände einhalten!
Zwischen zwei Fixpunkten darf nur eine Person unterwegs sein.

8. Klare Absprache beim Überholen!
Kommunikation und Rücksichtnahme verhindern gefährliche Situationen bei Überholmanövern oder Gegenverkehr.

9. Achtung Steinschlag!
Achtsames Steigen verhindert Steinschlag.

10. Natur und Umwelt respektieren!
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften anreisen. Müll und Lärm vermeiden.

Quelle: Österreichischer Alpenverein, www.alpenverein.at

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